Thema Schimmel

Schimmel ist nicht gleich Schimmel. Schimmel kann im Käse als Geschmacks-verstärker unverzichtbar sein. Aber im Haus ist er in Form von schwarzen, grünen oder blauen Flecken in Zimmerecken oder an Duschvorhängen absolut unerwünscht. Er schädigt nicht nur das Mauerwerk und die Einrichtung, sondern auch Ihre Gesundheit. Wenn der Schimmel entsprechend ausgereift ist, bildet er Sporen, welche über die Luft in den Räumen verteilt werden. Es kann zu Augen- oder Hautreizungen, Entzündungen der Nasenschleimhaut, Hustenreiz bis zu Bronchialasthma kommen und in extremen Fällen sogar innere Organe wie Lunge, Leber, Nieren, Herz und zentrales Nervensystem betroffen sein. Besonders gefährdet sind Kinder, Ältere sowie Menschen mit Atemwegsbeschwerden, Allergien und Lungenkrankheiten.

Ein Beispiel aus der Geschichte:
Der “Fluch des Pharao“ war ein Schimmelpilz. Die Grabräuber und Forscher starben, weil sie Staub mit einer sehr hohen Konzentration von Pilzsporen einatmeten.

Die häufigsten Pilze in Innenräumen sind Aspergillus, Penicillium und Cladosporium. Schon mehr als 20 Quadratzentimeter Schimmelpilzbefall in der Wohnung sind nach Angaben des Umweltbundesamtes ein Grund zu handeln.

Idealer Nährboden für die Entstehung von Schimmel ist ein feuchtes Milieu, welches in vielen Altbauten, aber häufig auch in luftdichten, den natürlichen Luftaustausch unterbindenden, Neubauten gegeben ist. Ein Vier-Personen-Haushalt setzt durch die Wasserdampfabgabe bei duschen, waschen und kochen im Schnitt täglich 10 - 15 Liter Wasser frei. Hinzu können Schäden oder Fehler an Bauteilen (Risse im Mauerwerk, verstopfte Regenrinne), Wärmebrücken im Fensterbereich oder mangelnde Abdichtung im Kellerbereich kommen.

Im Anfangsstadium können Pilze leicht mit Spiritus oder Sodalösung beseitigt werden. Auf chemische Spezialmittel sollte allerdings verzichtet werden, da diese häufig bedenkliche Chlorverbindungen enthalten. Jedoch genügt es nicht, nur den sichtbaren Schimmel abzutöten. Selbst wenn dies gelingt - ohne vorbeugende Bekämpfung der Ursache, etwa der Feuchtigkeit, dauert es nicht lange, und der nächste Schimmelpilz wächst. Die Lösung des Problems liegt einzig und allein darin, für einen ständigen Feuchtigkeitsausgleich zu sorgen. Bei stärkerem Befall sollten die befallenen Stellen abgetragen und, wenn nötig, der Putz etwas abgekratzt werden. Das ist eine sichere Lösung, um außer den Pilzen auch die wider-standsfähigen Sporen zu beseitigen.

Aber nicht nur der Schimmel, auch weitere lästige Untermieter fühlen sich bei einem entsprechenden Mikro-Klima in unseren Wohnungen besonders wohl. So sind Schimmelpilze immer auch ein Indikator für das Vorkommen von Milben und Bakterien bzw. Viren. Hausstaubmilben beispielsweise gedeihen bereits ab einer relativen Luftfeuchte von über 60% prächtig und lassen hier zu Lande nahezu 25 Millionen leiden, besonders davon betroffen sind auch hier die rund 30% Allergiker unter den Bundesbürgern.

Richtiges Lüften z.B. Querlüftung oder Stoßlüftung bis zu fünf mal täglich ist unabdingbar. Das kippen von Fenstern sollte vermieden werden, da hier ein vernünftiger Luftaustausch 5 mal so lange dauert wie bei der Stoßlüftung.

Mindestens genauso wichtig wie das Lüften ist allerdings die Verwendung von klima- regulierenden Baustoffen, um Temperatur und Luftfeuchtigkeit in die richtige Relation zu bringen. Die Bedeutung von Kalk- oder Lehmputze, das Dämmen mit Naturfasern wie Schilf oder Kork sowie der Einsatz von Silikatanstrichen und natürlichen Kasein-leimfarben wird immer mehr zunehmen. Das Erreichen eines optimalen Behaglichkeits- und Gesundheitsumfelds des Menschen muss das Ziel aller raum-klimatischen Maßnahmen sein.


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