Kalk, der ewige Werkstoff
- Seit der Antike ist Kalk der Urwerkstoff der Baumeister. Im Prinzip haben sich die grundlegenden Kalktechniken seit 2000 Jahren nicht verändert, das Material ist immer noch dasselbe: gelöschter Kalk, Marmormehl, Wasser. Heute besinnt man sich vielerorts auf diese einfache Kombination aus natürlichen Materialien. Mehr noch: Kalk, der “ewige Werkstoff“, gilt wieder als modern. Warum?
- Vieles spricht für die Verwendung von Kalk, z.B. die außerordentlich guten bauphysikalischen Eigenschaften wie Wasserdampfdiffusionsfähigkeit und die Fähigkeit, Feuchtigkeit zu speichern und langsam wieder abzugeben. Diese Eigenschaften tragen sehr zu einem ausgeglichenen Raumklima bei. Dabei ist Kalk ein günstiger, natürlicher Rohstoff mit großer Verfügbarkeit.
- Was besonders fasziniert, ist der “Kreislauf des Kalks“, nämlich seine Eigenschaft, verschiedene Erscheinungsformen anzunehmen, von denen jede wieder aufgelöst und in die nächste überführt werden kann (Kalkstein, Löschkalk, Branntkalk).
- Löschkalk ist die Basis aller Kalkfarben, -putze und -spachtelmassen. Durch Aufnahme von Kohlendioxid aus der Luft und unter Abgabe von Wasser geht Löschkalk wieder in Kalkstein über, er carbonatisiert oder “versteinert“. Auf mineralische Untergründe aufgetragen, entsteht so eine feste Verbindung zwischen Kalkputz bzw. -farbe und Wand. Kalkputze und -farben sind praktisch unbegrenzt haltbar, sofern sie nicht im Außenbereich durch sauren Regen chemisch zerstört werden (siehe auch unter der Rubrik Silikatfarben).
- Kalk ist ätzend, deshalb ist ein vorsichtiger Umgang bei der Verarbeitung notwendig. Die hohe Alkalität ist jedoch nicht nur für Menschen unangenehm, sondern auch für Algen, Schimmel und Pilze aller Art. Kalkbeschichtungen sind damit eine wirksame Präventionsmaßnahme in allen gefährdeten Räumen.